Interview zur Reise nach Paris (06.05.18-12.05.18)

Eine Sammlung der Reiseerinnerungen von Renate Singer und  Anne Rasche

Renate: Liebe Anne, womit fangen wir denn an bei diesem umfangreichen Programm voller kultureller Höhepunkte?

Anne: Wie wäre es mit dem Anfang? Für mich begann die Reise mit einer gut vorbereiteten und reibungslosen Fahrt: mit dem TGV bei einer Reisegeschwindigkeit von bis zu 319 km/h von Mannheim bis nach Paris-Est, mit der Metro bis zur Station Alésia, die Rue de Moulin Vert entlang. Das Wiedererkennen des Quartiers für einige von uns, wo wir beim letzten Parisaufenthalt auch waren, vorbei an unserem damaligen "Stammlokal". Einige Schritte weiter, in der Rue de Gergovie, erreichten wir unser kleines Hotel "Foyer le Pont".

Renate: Ja, Anne. Ich fand es ja interessant, dass das Haus ein protestantisches Begegnungszentrum ist und von der Evangelischen Landeskirche im Rheinland finanziell unterstützt wird. Darüber hinaus war es ein günstiges und einfaches Hotel in ruhiger Lage mit einem ordentlichen Frühstücksbuffet.

Anne: Natürlich wird uns auch das Engagement des Hauses für unsere körperliche Fitness in Erinnerung bleiben. An sechs unserer sieben Aufenthaltstagen befand sich am Fahrstuhl, der uns bis in den 5. Stock bringen sollte, ein kleiner, freundlicher Zettel in deutscher Sprache mit dem Versprechen der Reparatur am Folgetag, da er defekt war. Durch den guten Geist der Gruppe konnten durch Zimmertausch und Hilfen beim Kofferschleppen alle entsprechend ihrer Sportlichkeit untergebracht werden.

Renate: Der Fairnesshalber sollte man erwähnen, dass wir in dieser Woche 2 Feiertage und einen Gedenktag hatten: 7. Mai – Gedenktag an die Kapitulationsunterzeichnung in Reims, 8. Mai - Kriegsende, 10. Mai - Himmelfahrt. - Mit der Gruppe hast Du natürlich recht: die 20 Teilnehmer*innen zwischen 40 und gut 80 Jahren achteten gut aufeinander, es war ein harmonisches Miteinander und gegenseitige Rücksichtnahme. – Aber jetzt zu dir: Was hat Dir denn besonders gut gefallen?

Anne: Zuerst fällt mir ein, dass mich einige Stationen unseres Wochenprogramms an eine Lektion meines nur wenig geliebten Französischunterrichts „Ein Spaziergang durch Paris“ erinnerten: L'Arc de Triomphe, les Tuilleries, le Louvre, la Tour Eiffel, Place de la Concorde, Jardin du Luxembourg, les Champs Elysées. In der Gemeinschaft unserer Gruppe erlebt, war es doch ausgesprochen vergnüglich. Gefreut habe ich mich auf das Musée d'Orsay. Die impressionistischen Gemälde im Original zu sehen von mir bekannten Künstler*innen, die ich vorher nur als Drucke gesehen hatte, davor verweilen zu können - das war ein besonderes Erlebnis. Aber auch das Gebäude - ein ehemaliger Bahnhof - war beeindruckend. Sehr fasziniert hat mich die Architektur des Gebäudes der Fondation Louis Vuitton. Die spektakuläre Dachkonstruktion berührte meine Seglerseele. Liebe Renate, die gleiche Frage an Dich: Was hat Dir besonders gut gefallen?

Renate: Die Fahrt auf dem Canal St. Martin mit den vielen Klappbrücken und Schleusen, der Eindruck "unterirdisch" auf einem Kanal zu fahren, an den Ufern Menschen in den  Cafés und beim Picknick. Dann die Fahrt mit dem Aufzug an die Spitze des Eiffelturmes. Nach fast 40 Jahren wieder einmal im Centre Pompidou - die Klassiker der Moderne, der Blick von dort auf den Mont Martre mit der Sacre Coeur.

Völlig überraschend für mich die Bilder im Musée Picasso, die ich noch nie gesehen habe und die so anders waren, als was ich schon in anderen Picasso-Ausstellungen gesehen habe; sus den Fenstern des Museums der Blick auf den Eiffelturm. In schöner Erinnerung bleibt mir auch die Bootsfahrt auf der Seine bei Sonnenuntergang und  glitzerndem  Eiffelturm im Hintergrund. (Anne: Au ja, das war schööön) - Ich war ja auf der Jagd nach Macarons - diesem berühmten Mandelgebäck mit Crème oder Fruchtigem gefüllt. Die leckersten – wie ich finde - gab es der Nähe der Sorbonne, im Café Maison Mulot: sehr luftig-cross und nicht so süß.

Es war fast wie heimkommen, wieder in "unserem" Stammlokal (von der letzten Parisreise) zu essen: leckere Tajine mit Lamm und Pflaumen. Dann dieser Bummel durch das Marais mit Ulrike, wo ich die leckersten Falafel mit frittierten  Auberginen und Salzgurken gegessen habe und ganz in der Nähe den besten Espresso getrunken. - Den teuersten und noch dazu den kleinsten Café (au lait) für 6 € gab es auf dem Montmartre, in einer Cappuccino-Tasse.

Nicht vergessen werde ich das Käsepicknick, mit dem uns Ingelen und ihr Freund am letzten Tag überraschten. Unter schattigen Bäumen im Bois de Bologne warteten Brot, Wein, Früchte und Käse auf uns. Wohltuende Ruhe, Empfinden von Dankbarkeit für das Erlebte. Am Abend waren wir von Ingelen und ihrem Freund zu einem Chansons-Abend in deren Privatwohnung eingeladen. Verstanden haben wir das als Zeichen der besonderen Verbundenheit mit Ingelen.

Ich denke, nun haben wir die wichtigsten Stationen unserer Reise geschildetert und unsere Erfahrungen und Eindrücke festgehalten. Zu welchem Resumée kommen wir? Möchtest Du anfangen, Anne?

Anne:  Klaus hat die Reise hervorragend vorbereitet (wie immer!) und achtete fürsorglich stets auf das Wohlergehen jedes Einzelnen.  Als Team zeigten Klaus und Ingelen in der Vorbereitung und Durchführung unserer Reise eine starke Leistung. Mehrfach wurden wir an den langen Warteschlangen vor den Museen vorbeigeleitet. Angesichts der jährlich 20 Mio. Parisbesucher*innen stellte ich mir eine Frage: Warum kommen die eigentlich alle im Mai? Na, weil Paris im Mai bei strahlend blauem Himmel einfach nur schön ist.

Noch eine kleine kuriose Beobachtung am Rande, vielleicht erklärt sie sich mit meinem fortschreitenden Alter und dem Lebensgefühl jüngerer Generationen: Ich hätte mir gerne, wenn es wegen der vielen Besucher im Louvre denn möglich gewesen wäre, andächtig und ehrfurchtsvoll die Mona Lisa angesehen. Überwiegend junge Mädchen standen in dichten Reihen mit dem Rücken zur Mona Lisa und nutzen das Gemälde als dekorativen Hintergrund für ihre Selfies. Komisch...

Und nun zu Deinem Resumée, liebe Renate.

Renate:  Das Motto unserer Parisreise war ja dieses Mal "Auf den Spuren von Kunst und Künstler*innen". Obwohl es mit dem Musée Camille Claudel in Nogent-sur-Seine wegen des Baus an der Bahnstrecke nicht geklappt hat, war es für mich ein voller Genuss. Neben den Malereien und Skulpturen war für mich das Highlight das schon von dir erwähnte architektonische „segelschiffähnliche“ Gebäude der Fondation Louis Vuitton.

Etwas traurig war ich, dass ich die Führung in der Künstlerkooperation „La Ruche“ verpasst habe. Das hole ich das nächste Mal nach!

Anne Rasche & Renate Singer